Open-/ Alternate Tunings

Gitarren-Tunings

Open, Alternate, Dropped, ...

Ausgehend von der Standardstimmung (EADGBD) kann man jede der Saiten auf der Gitarre umstimmen. Da haben wir Gitarristen einen klaren Vorteil z.B gegenüber den Pianisten.

Neben weit verbreiteten Stimmungen wie Open G, Open D, Open A, DADGAD oder Dropped D gibt es sehr vielfältige Möglichkeiten eine Gitarre in andere Tunings zu bringen.

Auf einen Akkord stimmen

Man kann die Gitarre so stimmen, dass die leer angeschlagenen Saiten einen Akkord ergeben. Das kann ein Dur-Akkord sein wie bei Open G, Open A, Open D etc., ein Mollakkord wie bei Open Gm (Cross-Note-G), ein Sus-Akkord wie bei DADGAD, erweiterte Akkorde wie Open G7 etc.

Alle Saiten gleichmäßig umstimmen

Man kann auch alle Saiten gleichmäßig höher oder tiefer stimmen. Stimmt man alle Saiten z.B. einen Halbtonschritt tiefer hat man immer noch die gleichen Verhältnisse der Saiten untereinander wie bei der Standardstimmung. Die Griffmuster bleiben also gleich. Nur einen Halbtonschritt tiefer.

Dropped

Es gibt auch die Möglichkeit nur bestimmte Saiten umzustimmen, ohne über alle Saiten hinweg einen brauchbaren Akkord zu erhalten. Bei dem sogenannten Drop D Tuning wird z.B. nur die 6. Saite von E auf D heruntergestimmt. Man erhält so einen tieferen Basston und kann auf der 6., 5. und 4. Saite Powerchords mit einem einfachen Barré-Griff spielen.

Gleichmäßige und ungleichmäßige Intervalle

In der Standardstimmung sind alle Saiten, außer der B-Saite in Quartabständen gestimmt. Die B-Saite ist in Bezug auf die G-Saite im Intervall einer großen Terz gestimmt. A ist die Quarte von E, D ist die Quarte von A u.s.w. Das B ist die große Terz von G.

Nun gibt es auch die Möglichkeiten alle Saiten in Quartabständen, Quintabständen etc. zu stimmen. Oder aber eine andere Verteilung der Abstände herzustellen, um gewisse Akkorde besser greifen zu können.

Dies sind sicher nicht allzu verbreitete Tunings. Robert Fripp hat z.B. das New Standard Tuning (CGDAEG) entwickelt.

Musikstile

Im Prinzip kann man natürlich jeden Musikstil auch in Open Tunings spielen. Sehr weit verbreitet sind offene Stimmungen auf der Gitarre im Blues. Bluesige Stücke lassen sich sehr gut in Open Tunings spielen. Im Hinblick auf das Slidespiel hat man klare Vorteile gegenüber dem Standard-Tuning.

Fingerstyle-Gitarristen nutzen oft offene Stimmungen, da sich dadurch sehr schnell Harmonien finden lassen, die sich jenseits der gängigen Hörgewohnheiten bewegen. Das Gleiche gilt für Folkmusiker und Singer-Songwriter.

Aber auch in der Rockmusik findet man immer wieder Stücke, die in offenen Stimmungen gespielt werden. Keith Richards spielt z.B. sehr oft in Open G, aber auch Jimmy Page nutzt verschiedene Open Tunings.

Dropped Tunings sind weit verbreitet in der Rockmusik härterer Gangart.

Jimi Hendrix oder Stevie Ray Vaughan haben ihre Gitarren i.d.R. einen Halbton tiefer gestimmt.

Jazz geht natürlich auch. Hier muss man nur bedenken, dass im Jazz i.d.R. mehr und komplexere Akkorde genutzt werden als bspw. im Blues. Diese muss man erst mal mit neuen Griffmustern erlernen.

Musiker

Hier ein kleine Auswahl an Gitarristen, die regelmäßig verschiedene Tunings (Open Tuning, Alternate Tuning, Dropped Tuning etc.) verwendet haben:

  • William Ackerman
  • Duane Allman
  • Chet Atkins
  • Mike Bloomfield
  • Jeff Buckley
  • Jonathan Butler
  • Eric Clapton
  • Albert Collins
  • Ry Cooder
  • Chris Cornell
  • Bo Diddley
  • Nick Drake
  • Bob Dylan
  • Newton Faulkner
  • Robert Fripp
  • Billy Gibbons
  • Stone Gossard
  • Davy Graham
  • Michael Hedges
  • Jimi Hendrix
  • John Lee Hooker
  • Son House
  • Tommy Iommi
  • Mississippi John Hurt
  • Skip James
  • Bert Jansch
  • Blind Lemon Jefferson
  • Robert Johnson
  • Brian Jones
  • Albert King
  • Mark Knopfler
  • Leo Kottke
  • John Mayer
  • Andy McKee
  • Joni Mitchell
  • Thurston Moore
  • Jimmy Page
  • Rick Parfitt
  • Charley Patton
  • Bonnie Raitt
  • Mick Ralphs
  • Lee Ranaldo
  • Jerry Reed
  • Preston Reed
  • John Renbourn
  • Keith Richards
  • Don Ross
  • Ed Sheeran
  • Cat Stevens
  • Devin Townsend
  • Derek Trucks
  • Stevie Ray Vaughan
  • Muddy Waters
  • Bukka White
  • Jack White
  • Johnny Winter
  • Howlin' Wolf
  • Neil Young
  • u.v.a.