Open-G-Tuning
» Über Open-G

Open G

Was ist das Open-G-Tuning?

Die offene G-Stimmung ist ein Gitarren-Tuning, bei dem die Gitarre auf DGDGBD statt dem Standard-Tuning EADGBE gestimmt wird. Dadurch erhält man einen G-Dur-Akkord, wenn man die Gitarre ohne zu greifen anschlägt bzw. zupft. Der Grundton, das G, liegt auf der 5. Saite.

Open-G ist eines der beliebtesten offenen Stimmungen, nicht nur unter Blues-Musikern.

Neben anderen offenen Stimmungen eignet sich dieses Tuning auch sehr gut für das Slide-Spiel.

Umstimmen

Um von der Standard-Stimmung auf die offene G-Stimmung zu gelangen muss man nur 3 Saiten umstimmen:
6. Saite: 2 Halbtonschritte tiefer auf D
5. Saite: 2 Halbtonschritte tiefer auf G
1. Saite: 2 Halbtonschritte tiefer auf D
Die 4., 3. und 2. Saite bleiben unverändert.

Man erhält danach folgende Stimmung:
DGDGBD

Saiten, Töne, Intervalle von G und die Halbtonschritte um die Gitarre vom Standard-Tuning auf Open-G zu stimmen:
SaiteTonIntervall von GZu Standard
6D5: Quinte-2
5G1: Grundton-2
4D5: Quinte0
3G1: Grundton0
2B3: große Terz0
1D5: Quinte-2

Die folgende Abbildung zeigt in der Lage des zwölften Bunds, welche Saiten in Bezug auf das Standard-Tuning unverändert bleiben (orange markiert) und welche Saiten umgestimmt werden (von grau auf rot markiert).

Vom Standard-Tuning zu Open-G

Die nächste Abbildung zeigt die Gitarre in der offenen G-Stimmung und den Versatz zum Standard-Tuning. Alle Töne auf der 6., 5. und 1. Saite liegen durch das Umstimmen 2 Halbtonschritte höher.

Open-G

Nach Gehör stimmen

Wenn Ihr die Gitarre nach Gehör stimmen wollt, könnt ihr folgendermaßen vorgehen:
5. Saite: Greift im 3. Bund der 6. Saite (noch im Standard-Tuning) und stimmt die 5. Saite auf G.
Wenn ihr die Gitarre anhand des Tons A stimmen wollt, müsst ihr die 5. Saite im 2. Bund greifen und diesen Ton auf A stimmen.
4. Saite: Greift im 7. Bund der 5. Saite und stimmt die 4. Saite auf D
3. Saite: Greift im 5. Bund der 4. Saite und stimmt die 3. Saite auf G
2. Saite: Greift im 4. Bund der 3. Saite und stimmt die 2. Saite auf B
1. Saite: Greift im 3. Bund der 2. Saite und stimmt die 1. Saite auf D
6. Saite: Schlagt die 5. Saite leer an und stimmt die 6. Saite im 5. Bund auf G

Stimmen in Open-G

Griffbrettorientierung

In der folgenden Abbildung seht ihr links einen Dur-Akkord (Grundton auf der 5. Saite) im Standard-Tuning und rechts daneben den gleichen Akkord in Open-G. Hier wird der Versatz zwischen den beiden Gitarrenstimmungen gut deutlich.

Die Zahlen kennzeichnen die Intervalle Grundton (1), große Terz (3) und Quinte (5).

Links: Standard-Tuning / Rechts: Open-G-Tuning

Da nur 3 Saiten gegenüber dem Standard-Tuning umgestimmt werden, muss man sich nur den Versatz der 6., 5. und 1. Saite merken. In den folgenden Abbildungen seht ihr die Töne auf dem gesamten Griffbrett und jeweils auf den umgestimmten Saiten (6, 5, 1) und den unveränderten Saiten (4, 3, 2).

Diese Abbildungen könnt Ihr Euch auch als PDF herunterladen:

» Download PDF: Töne auf dem Griffbrett in Open-G

Alle Töne in Open G (G betont) (seitlich scrollbar)
Töne auf der 6., 5. und 1. Saite in Open G (G betont) (seitlich scrollbar)
Töne auf der 4., 3. und 2. Saite in Open G (G betont) (seitlich scrollbar)

Intervalle

Durch das Umstimmen verschieben sich natürlich auch die Lagen der Intervalle. Das Verhältnis auf der 6. und 5. Saite zueinander, sowie auf der 4., 3. und 2. Saite zueinander ändert sich in Bezug auf das Standard-Tuning nicht.

Die Abbildungen zu den Intervallen könnt Ihr Euch als PDF herunterladen:

» Download PDF: Intervalle in Open-G
 

Oktaven

Die Grundtöne bzw. deren Oktaven sind die Haupt-Orientierungspunkte auf dem Griffbrett. Die Intervalle beziehen sich auf diesen Grundton.

Die Lagen der Oktaven sind in Open-G gerade für das Oktavspiel (2 Saiten – ein Ton oktaviert – werden gleichzeitig angeschlagen oder gezupft) sehr vorteilhaft. Sie liegen auf dem Griffbrett oft auf dem gleichen Bund. Daher ist diese Anordnung auch sehr hilfreich zur Orientierung.

Lagen der Oktaven in Open-G (seitlich scrollbar)

Quinte

Unter anderem sind die Quinten (5) wichtig für Powerchords (Grundton (1) und Quinte (5)). Sehr einfach zu greifen sind die Powerchords mit dem Grundton auf der 5. Saite. Dort liegt nämlich die Quinte direkt eine Saite tiefer (4. Saite) und darunter auf der 4. Saite haben wir den oktavierten Grundton. Mit einem einfachen Barré über 3 Saiten lassen sich Powerchords schnell greifen.

Lagen von Grundton und Quinte in Open-G (seitlich scrollbar)

Große Terz

Die große Terz (3) macht einen Akkord zum Dur-Akkord. Das Verhältnis von Grundton zu großer Terz von der 6. zur 5. Saite ist ja identisch mit dem Standard-Tuning. Die Kombination Grundton auf der 5. Saite und große Terz auf der 4. Saite ist in der offenen G-Stimmung im Gegensatz zur Standard-Stimmung nicht wirklich bequem zu greifen. Die Verhältnisse auf den Saiten 4, 3, und 2 sind identisch mit dem Standard-Tuning.

Lagen von Grundton und großer Terz (Dur) in Open-G (seitlich scrollbar)

Kleine Terz

Die kleine Terz (b3) macht einen Akkord zum Moll-Akkord. Die kleine Terz liegt immer einen Halbtonschritt tiefer als die große Terz. Das Verhältnis der Lagen in Bezug auf die Standard-Stimmung verhält sich wie bei der großen Terz, nur dass die kleine Terz noch einen Bund tiefer liegt.

Lagen von Grundton und kleiner Terz (Moll) in Open-G (seitlich scrollbar)

Grundakkorde

Nachfolgend findet ihr einige Grundakkorde in Open-G. Die Zahlen zeigen die Intervalle in den Akkorden und bedeuten:

1: Grundton oder Oktave
b3: kleine Terz (Moll)
3: große Terz (Dur)
4: Quarte
5: Quinte
6: Sexte
7: kleine Septime
j7: große Septime

Akkorde ohne Leersaiten

Die folgenden Akkorde sind frei transponierbar, d.h. sie funktionieren ohne Leersaiten. Der Ton auf der mit "1" beschrifteten Saite bestimmt den Akkordnamen.
Bedenkt, dass in Open-G die 6., 5. und 1. Saite zwei Halbtöne tiefer gestimmt sind. Das A liegt z.B. auf der 6. Saite im 7. Bund und nicht im 5. Bund. Das C liegt auf der 5. Saite im 5. Bund und nicht im 3. Bund u.s.w.

Dur-Akkorde
Dur 7-Akkorde
Dur maj7-Akkorde
Moll-Akkorde
Moll 7-Akkorde
Sus4-Akkorde
7sus4-Akkorde

Offene Akkorde

Hier noch Beispiele für G-Akkorde mit offenen Saiten.

G-Dur
G-Dur
G6
G7
Gmaj7

Besonderheiten von Open-G

Der Hauptvorteil, wie bei anderen offenen Stimmungen, liegt in der Tatsache, dass man ohne zu greifen einen Dur-Akkord auf der Gitarre erhält. Offen ist das ein G-Dur, mit Kapo z.B im 2. Bund ist dies ein A-Dur. Weitere Dur-Akkorde erhält man mit einem einfachen Barré-Griff über 5 Saiten.

Der Grundton liegt bei diesen Akkorden auf der 5. Saite.

Keith Richards, der sehr oft in Open-G spielt und somit den Sound vieler Songs der Rolling Stones mit diesem Open-Tuning geprägt hat, zieht sogar nur 5 Saiten auf seiner Gitarre auf. Er lässt die tiefe 6. Saite weg und hat so in Open-G für Riffs und Akkorde mit dem Grundton auf der 5. Saite den Grundton immer oben.

Der Vorteil von Open-G im Vergleich zu anderen offenen Stimmungen ist, dass 3 übereinander liegende Saiten (4., 3. und 2. Saite) in Bezug auf das Standard-Tuning unverändert bleiben. Hier kann man sich wie gewohnt orientieren. Die anderen Saiten werden alle 2 Halbtonschritte tiefer gestimmt. Hier muss man sich nur den Versatz (2 Bünde) merken. Bei den meisten anderen Open-Tunings werden die Saiten unterschiedlich höher oder tiefer gestimmt, also eine Saite 1 Halbton, eine andere 2 Halbtöne u.s.w. Das erfordert i.d.R. mehr Umdenken.

Besondere Spieltechniken

Jeder, der besonders bei Solo-Performances Akkorde mit kurzen Fills und Riffs bereichert, kennt die Schwierigkeit den Akkord zu spielen, zum Fill zu wechseln und wieder im Timing zum Akkord zurückzukehren. Bei Open-G kann man sehr viel mit offenen Saiten spielen. Ein G-Akkord kann z.B. einfach weiter klingen, wenn man dazu Riffs, Bassläufe etc. spielt. Das kann einen sehr ausgefüllten Sound ergeben und man kann sich mehr auf den Rhythmus und zusätzliche Töne und Riffs konzentrieren.

Slide-Gitarre

Viele Open-Tunings, so auch Open-G, sind für das Slidespiel gut geeignet. Da man mit dem Slide immer nur auf einem Bund spielen kann, ist das natürlich ein enormer Vorteil, wenn man über alle Saiten hinweg schon einen Akkord erhält. Man hat sofort die richtigen Töne und muss nicht darauf achten, welche Saiten man nicht anschlagen darf.

Für alle, die noch nie mit einem Slide gespielt haben: Das Slide wird über dem jeweilgen Bundstab gehalten und nicht heruntergedrückt. Zudem müssen die Saiten hinter dem Slide, also Richtung Kopfplatte mit den Fingern gedämpft werden, sonst scheppert es. Detaillierte Anleitungen zum Slide-Spiel findet man zahlreich im Internet. Beim Slidespielen gilt, wie so oft in der Musik, "Weniger ist mehr". Gerade als Anfänger sollte man nicht den Fehler machen zu viele Töne zu spielen.

Variationen im Tuning

Variiert man das Tuning leicht, also stimmt einige Saiten anders, erhält man offene Stimmungen, die vom Prinzip her dem Open-G ähnlich sind.

Open G6, Variante 1 (D, G, D, G, B, E)

Bei dieser Variante wird nur die 6. und 5. Saite tiefer gestimmt. Auf der 1. Saite liegt dadurch die Sexte und nicht die Quinte. Der offene Akkord G6 ist zwar nicht so universell einsetzbar wie ein reiner G-Dur-Akkord, dafür bleiben alle 4 unteren Saiten im Standard-Tuning. Hier kann man sich dann wie gewohnt orientieren.

Saiten, Töne, Intervalle von G und die Halbtonschritte um die Gitarre vom Standard-Tuning auf Open-G6 zu stimmen:
SaiteTonIntervall von GZu Standard
6D5: Quinte-2
5G1: Grundton-2
4D5: Quinte0
3G1: Grundton0
2B3: große Terz0
1E6: Sexte0

Open G6, Variante 2 (E, G, D, G, B, E)

Bei dieser Variante wird nur die 5. Saite auf G heruntergestimmt. Auf allen anderen Saiten kann man sich im Standard-Tuning orientieren. Gerade die 6. Saite dient ja vielen Gitarristen als Haupt-Orientierungspunkt. Die Möglichkeit, wie bei Open-G die Saiten zwischendurch leer anzuspielen und dadurch einen passenden Akkord zu haben, ist auch bei dieser Variante, aufgrund der Sexte, nur bedingt einsetzbar.

Saiten, Töne, Intervalle von G und die Halbtonschritte um die Gitarre vom Standard-Tuning auf Open-G6 zu stimmen:
SaiteTonIntervall von GZu Standard
6E6: Sexte0
5G1: Grundton-2
4D5: Quinte0
3G1: Grundton0
2B3: große Terz0
1E6: Sexte0

Cross-note G (Open-Gm)

Die große Terz, die einen Akkord zum Dur-Akkord macht liegt beim Open G auf der 2. Saite, dem B. Stimmt man diese Saite um einen Halbtonschritt tiefer auf Bb, erhält man leer gespielt ein G-Moll statt ein G-Dur. So kann man leicht von der Dur-Stimmung auf Moll wechseln. Natürlich muss man für die B-Saite bei Griffmustern etc. wieder umdenken.

Saiten, Töne, Intervalle von G und die Halbtonschritte um die Gitarre vom Standard-Tuning auf Cross-Note G (Gm) zu stimmen:
SaiteTonIntervall von GZu Standard
6D5: Quinte-2
5G1: Grundton-2
4D5: Quinte0
3G1: Grundton0
2Bbb3: kleine Terz-1
1D5: Quinte-2

Übungen

Mit unseren Online-Übungen könnt ihr Schritt für Schritt die Töne und Intervalle auf der Gitarre in der offenen G-Stimmung lernen. Die Übungen kann man auch unterwegs auf dem Smartphone nutzen. Ihr braucht nur eine Internetverbindung.

Griffbrettorientierung

Bei der Übung "Töne finden" wird gefragt auf welchem Bund einer Saite der gesuchte Ton liegt.

Bei der Übung "Töne benennen" wird gefragt welcher Ton auf einem bestimmten Bund einer Saite liegt.

Bei allen Übungen könnt ihr bestimmen nach welchen Saiten gefragt wird und auch den Bereich der Bünde der abgefragt wird wählen.

Intervalle

Bei der Übung "Intervalle finden" müsst ihr ein gesuchtes Intervall zu einem Grundton aus einer Auswahl auf dem Griffbrett anklicken.

Bei der Übung "Intervalle benennen" müsst ihr herausfinden, um welches Intervall es sich bei einem auf dem Griffbrett markierten Ton handelt.

Bei allen Übungen gibt es eine Auswahl verschiedener Schwierigkeitsstufen.